Ich würde sagen, wenn dein Herz dafür schlägt und Du Dich darin entwickeln möchtest – mach es einfach! Meine Eltern haben mir eingeimpft: Nothing would make us happier than that you become the best version of YOU.

Dr. Phanthian Zuesongdham, Hamburg Port Authorty AöR


Zur Person

lebt und arbeitet seit 2003 in Hamburg. Seit Dezember 2020 baut sie in leitender Funktion den neuen Geschäftsbereich Port Process Solution bei der HPA auf. Ihr Weg dorthin führte sie über vielfältigste Stationen in unterschiedlichen Fachgebieten. Die logischen MINT-Fächer faszinierten sie von Kind an in besonderem Maße. Daher rührt bis heute ihre Begeisterung für Prozesse, Technologien, Digitale Transformation sowie ihr Wille zur Zukunftsgestaltung.

Was hat Dich in den MINT-Bereich geführt?

Als Kind haben mich Maschinen und Elektronik immer fasziniert. Mit sieben Jahren habe ich meinen ersten Computer erhalten und erstes Programmieren gelernt. Mit 15 Jahren bin ich auf einem Containerschiff mitgefahren und konnte auf der Brücke und im Maschinenraum mitarbeiten. Fasziniert von der Schifffahrt wollte ich danach Kapitänin werden, aber das war und ist in Thailand als Frau nicht möglich. Dann habe ich mich zunächst gegen Naturwissenschaft und Ingenieurswesen entschieden und stattdessen Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Internationales Transportmanagement in Thailand studiert. Es war eine gute Mischung zwischen den beiden Welten: Technologie & Wirtschaft. Auch wenn ich kein MINT-Studium absolviert habe, konnte ich immer in technologienahen Bereichen und Unternehmen arbeiten.

Du kamst also nicht direkt zu Deinem jetzigen Beruf?

Ich würde mal sagen, ich bin Slalom gefahren. Mein richtiger erster Job nach meinem Bachelorstudium war die Arbeit bei der Lufthansa Cargo in Bangkok. Dort habe ich die großen Frachter wie MD-11 oder B747 beplant und teilweise auch beladen. In verschiedenen Funktionen habe ich die ersten Fachkenntnisse im Unternehmenskontext gelernt, vom Kundenservice, Vertrieb, Marketing über Operation bis hin zum IT-Projektmanagement. Dann kam ich zum Masterstudium an die Uni Hamburg und habe in Teilzeit bei der Deutschen BP im Backoffice und Customer Management für den Geschäftsbereich Gas und Strom gearbeitet. Während des Masterstudiums hat mir Herr Prof. Jens Froese, ehem. Leiter des Instituts für Schiffsbetrieb, Seeverkehr und Simulation (ISSUS) aus Hamburg, eine Stelle in seinem Institut angeboten. Durch diese Gelegenheit habe ich knapp 4 Jahre lang Erfahrungen, Netzwerke in der europäischen Schifffahrtsszene und Wissen aufbauen können und mich letztendlich für eine Promotion in diesem Bereich entschieden. Über ein ISSUS-Projekt kam ich mit der Hamburg Port Authority und den Themen Prozessoptimierung und IT-Business Alignment für elektronische Seekarten in Kontakt. Eine Initiativbewerbung führte mich dann direkt zur HPA. Und seitdem gestalte ich in verschiedenen leitenden Funktionen mit meinen HPA-Kollegen und -Kolleginnen die Zukunft für die HPA und den Hamburger Hafen.

Wir glauben, dass es für Frauen eine gute Zeit ist, in die Tech-Branche einzusteigen - wie siehst Du das?

Die Zeit ist schon lange reif. Die Freiheit für Frauen, ihrem Wunschberuf nachgehen zu können, ohne jemanden um Erlaubnis fragen zu müssen, sollte selbstverständlich sein. Schließlich leben wir im 21. Jahrhundert. Interesse, Faszination und Leidenschaft für Technologie ist keine Frage von Gender und Alter. Ich würde sagen, wenn Dein Herz dafür schlägt und Du Dich darin entwickeln möchtest – mach es einfach!

Warum gibt es Deiner Meinung nach dennoch so wenige Frauen in der Tech-Branche?

Es hat mit der Transformation der Gesellschaft zu tun. Die Aufweichung eines traditionellen Meinungsbildes dauert länger als die Erkenntnis darüber, was gut für unsere Gesellschaft ist. Das schlägt sich in der Erziehung und den Erwartungen an uns nieder. Wenn ein Mädchen viel Spaß daran hat, an elektronischen Schaltkreisen herumzubasteln, sollten die Eltern sie nicht überreden, mit mädchenhaftem Spielzeug anzufangen, sondern sie dabei unterstützen, ihren Interessen nachzugehen. Stereotypisches Denken in der Gesellschaft ist Gift für Vielfalt und Innovation.

Gibt es Menschen, die Dich auf Deinem Weg in der Tech-Branche gefördert haben?

Ganz klar - meine Eltern. Was sie meiner Meinung nach richtig gemacht haben ist, mir all das zu ermöglichen, was mir lieb ist. Sie ließen mich viele Dinge ausprobieren, um eigene Erfahrungen zu machen und zu entscheiden, ob sie mir gefallen. Sie haben mich unterstützt, um meine Stärke zu entwickeln. Sie sagen mir immer: “Nothing would make us happier than that you become the best version of YOU.”

Danke, dass Du dir für unser Interview die Zeit genommen hast!


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